Über Stadtfugen

Stadtfugen 40-05

Stadtfugen 40-05

Stadtfugen.org zeigt jetzt noch ein paar Bilder mehr und wurde um eine kurze Beschreibung des Projekts ergänzt, die auch hier im Folgenden zu lesen ist:

Der Wiederaufbau Kölns nach dem zweiten Weltkrieg ist im Stadtbild schmerzlich sichtbar. Kurzlebige Vorstellungen von “Modernität” haben sich als nicht tragfähig herausgestellt. Doch wie wird man dem fotografisch gerecht?

Erste Ansätze, das zerrissene Stadtbild in Gänze darzustellen, haben sich auch als nicht tragfähig herausgestellt.

Als Ausgangsbasis ein Blick auf den Begriff Urbanität, dessen ursprüngliche Bedeutung für fein, vornehm, gebildet, eine Eleganz des Stils steht. Diese Eleganz findet sich im heutigen Stadtbild nun so gar nicht wieder. Und dabei soll sich doch die Urbanität in den baulichen Strukturen wiederfinden, so zumindest die Vorstellung der Architektur.

Dennoch, einen Schritt weiter gedacht, sollen die Betrachter die Bilder als typisch städtisch begreifen, und dem Gezeigten eine subjektive Urbanität zusprechen. Die Bilder sollen die widersprüchlichen Facetten einer Großstadt aufzeigen, die – kritisch-kühl, wendig – die Lebensweise dort ausmachen.

Der Städtebauhistoriker Eisinger nennt es: Gegensätze und Reibungen, die städtische Räume erst produktiv werden lassen.

Wie kann die Annäherung an dieses “Urbane” als Entität stattfinden? Städte sind komplexe Phänomene, eine ganzheitliche Abbildung ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Eine Annäherung an die Vielfalt ist über Aspekte der Realstruktur denkbar, über Impressionen, die immer nur Ausschnitte verschiedener Facetten der Stadtwirklichkeit sein können.

Und wenn nur Ausschnitte dargestellt werden können, ist der naheliegende Schritt die Abstraktion der Ausschnitte, die Konzentration auf gewöhnlich nicht beachtete Facetten, die die Gegensätze und Reibungen, aber auch Übergänge und Reihungen sichtbar werden lassen.

Genau hier setzt “Stadtfugen” an: Die Fuge als Begriff für die geplante, unverrückbare Trennstelle, Verbindungsstelle, Schnittstelle. Als Verbindung ohne Abstand, die direkte, unmittelbare Nachbarschaft. Aber auch als Kompositionsbegriff, als besondere Anordnung von Imitationen, als ein komplexes Zusammenspiel von Stimmen, die ein gemeinsames Thema, die Stadt, variieren.

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