Gröde X

Ankunft im Regen

Ankunft im Regen

Wieder in den Norden

6.4.2012

Trotz erwartetem Ferienverkehr am Karfreitag geht es problemlos über die A1, A2 und A7 in den hohen Norden. Jetzt schon im zehnten Jahr wieder zum Fährhafen Schüttsiel, unser Tor in die Halligwelt. Allerdings mit einer Änderung, denn die Seeadler hat 2012 den „Linienverkehr“ zur Hallig Gröde übernommen, nachdem die Rungholt für die Gröder recht überraschend diesen aufgekündigt hatte.

Hinter Hamburg haben wir zunächst noch bei etwas Sonnenschein auf gutes Wetter für die Überfahrt gehofft, später setzt jedoch Regen ein, es wird eine nasse Überfahrt und Ankunft. Reiners „Halligtaxi“ fehlt z.Z. der schützende Aufbau, da gehen wir lieber das kurze Stück durch den Regen und kommen etwas feucht an.

Venus am Nachthimmel

Venus am Nachthimmel

Party im Schuppen

7.4.2012

Zum Geburtstag des angereisten Fotografen scheint dann wieder die Sonne. Aber bei schneidendem Wind ist es trotzdem reichlich eisig, wie wir bei einer kleinen Tour über die Hallig feststellen. Kalt genug jedenfalls, damit das mitgebrachte Kölsch nicht in den Kühlschrank muss.

Am späten Nachmittag findet das perfekt „Freiluft“ gekühlte Kölsch dann seine Abnehmer im „Gemeindezentrum“, dem Schuppen bei Monika und Volker. Und da es ja ein Jubiläum ist, wird uns ganz zeremoniell die goldene Anstecknadel für 10 Jahre Grödebesuch verliehen.

Passend zur blauen Stunde geben die Gezeiten Niedrigwasser und so kann ich bei aller gebotenen Vorsicht meinen fotografischen Lieblingsort aufsuchen: in der heranbrechenden Nacht raus auf die Sandbank im Süden von Hallig Gröde.

Die Venus steht genau im Westen, aber ein richtig schöner Sternenhimmel zeigt sich später nicht über der dunklen Hallig, leichte Schleierbewölkung in Richtung Norden trübt die Nacht.

Ringelgänse #4

Ringelgänse #4

Osterumzug

8.4.2012

Ostersonntag, das heißt auf Hallig Gröde traditionell Ostereiersuchen und Osterumzug. Dieses Jahr sind es allerdings nur fünf Kinder, die sich jung genug fühlen, an der Suche teilzunehmen.

Aber zumindest gibt es genügend Erwachsene, die sich alt genug fühlen, an dem fortgesetzten Umtrunk von Haus zu Haus teilzunehmen. Der Zugweg geht von der Knudswarft 1 zur Kirchwarft, dann zurück zur Knudswarft und den Häusern 2, 3, und 4.

Ostersonntag-gerecht natürlich feinster Sonnenschein und reichlich warm, abends wird der Wind aber wieder deutlich kälter.

Umzüge ganz anderer Art sind bei den Ringelgänsen zu beobachten, denn im Frühjahr ist der Rastplatz Hallig wie jedes Jahr gut gefüllt. Große Schwärme ziehen über Land und Meer.

Mit Schirm, Charme und ...

Mit Schirm, Charme und …

Ostermontag

9.4.2012

Ostern verabschiedet sich mit einem Regentag bis in den Vormittag. Danach ist es zumindest wieder trocken, aber weiterhin grau in grau, Nordsee-typisch halt, und – das kennen wir schon – kalt.

Entsprechend gering ist die Versuchung, große Touren – sofern auf 252 ha möglich – zu unternehmen. Eine Runde Bernsteinsuchen an der Badestelle muss aber dennoch sein.

Appelland #4

Appelland #4

Noch ein Regentag

10.4.2012

Und man ahnt es schon: der nächste Tag ist wieder ein Regentag bis in den Vormittag. Als es dann mittags zur Ebbe trocken wird, lassen wir uns nicht mehr abschrecken und machen eine Tour nach Appelland zum Bernsteinsuchen. Es bleibt grau in grau, aber trocken und ist deutlich wärmer.

Nachmittags findet die nachösterliche, große Kaffeetafel bei Claudia statt. Draußen zeigt der Regen, dass es eine gute Idee war, drinnen zu bleiben.

Abends ist es wieder trocken. Bei einer kleinen Tour über die Hallig stemmen sich im Westen die Farbtupfer eines Sonnenuntergangs gegen das Grau.

Lämmer #7

Lämmer #7

Schafe und Sterne

11.4.2012

Den Schafen und Lämmern gehört der Vormittag, denn auf dem Ringdeich um die Kirchwarft tummelt sich eine ganze Horde, darunter ein schwarzweißes Geschwisterpaar und eine dreiköpfige schwarze Rasselbande.

Am Nachmittag verabschieden wir unsere Ferienwohnungsnachbarn und etwas später kann das letzte Fass Kölsch beim Sonnenuntergang genossen werden.

Klare Fernsicht dann am Abend in Richtung Westen auf Langeneß und Föhr zur blauen Stunde. Und nach der astronomischen Dämmerung ist der Himmel immer noch klar genug, um einen neuen Star Trail über der Knudswarft mit Blick nach Norden und schönen Kreisbahnen um Polaris aufzunehmen.

Brücke #1

Brücke #1

Brücken

12.4.2012

Fotografische Dokumentation ist heute angesagt. Von Volker erfahren wir, dass die beiden Brücken auf der Oststraße demnächst abgerissen und neu gebaut werden. Nach 50 Jahren und mehreren Sanierungen sind sie mittlerweile einfach zu marode.

Und ehe die Straße im nächsten Jahr über zwei wahrscheinlich hypermoderne Designbrücken führt, gilt es die alte Schönheit des Zerfalls in der eher verhangenen, Hallig-typischen, dunstigen Lichtstimmung in Augenschein zu nehmen.

Nachmittags kommen ein größerer Trupp Tagestouristen mit der Adler und Fiede Nissen mit dem Postschiff. Fast schon konspirativ: der Postaustausch auf den Salzwiesen.

Ein schöner Sonnenuntergang und ein Besuch abends bei Monika und Volker beschließen den Tag.

 

Thors Hammer

Thors Hammer

Der bessere Freitag

13.4.2012

Kein sprichwörtlicher Freitag der 13., sondern ein sehr sonniger, schöner Tag mit pittoresken Wolkenformationen und Schwärmen von Ringelgänsen über der Hallig.

Für uns Zeit zum Ausspannen und Packen. Insgesamt ist es nicht wirklich warm, aber viel, viel besser als Karfreitag. Schade, dass dies der letzte komplette Tag auf Hallig Gröde ist.

Abends genießen wir wieder eine schöne Lichtstimmung zum Sonnenuntergang und besuchen Christiane und Klaus.

Abschied #2

Abschied #2

Rückfahrt

14.4.2012

Recht früh ist der Aufbruch am nächsten Morgen, denn bereits um 9:30 Uhr geht es mit der Seeadler zurück zum Festland. Ein letzter Blick auf die Silhouette von Gröde im Gegenlicht und dann sind wir auf dem Rückweg.

 »Willkommen im Ländchen der Freiheit!« rief er, während er eilig herab kam und dem Dienstjungen die Leiter an den Wagen legen half. Und wahrlich frei genug war es hier; außer der Werfte mit dem breit darauf gelagerten Hause schien aus der grünen Inselfläche nichts hervorzuragen als etwa eine zerstreut umherweidende Schafherde; selbst das Gras war so niedrig, daß es kaum den dazwischen umherkletternden langbeinigen Schnaken ein Hindernis in den Weg legte.

Theodor Storm, Eine Halligfahrt

Leave a Reply